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Darunter werden störende Ohrgeräusche verstanden, die gewöhnlich nur der
Betroffene als Brummen, Rauschen, Klingen oder Pfeifen, manchmal auch als hämmernd
oder pulsierend wahrgenommen werden. Auch gibt es Fälle wo mehrere dieser Geräusche
wahr genommen werden! Es gibt keine genaue Statistik daher geht man davon aus:
Unter den Bedingungen der Zivilisationsgesellschaft treten Ohrgeräusche bei
etwa einem Drittel der Erwachsenen, die älter als 17 Jahre sind, irgendwann
einmal im Leben auf. Zur Zeit leiden etwa acht Millionen Einwohner
Deutschlands an dieser Störung, jedoch nur ein kleiner Teil (0,5 %) von ihnen
begreift die Geräusche als so belästigend, daß ihnen ein eigener
Krankheitswert beigemessen wird. In diesen Fällen hat der Tinnitus massive
Auswirkungen auf alle Lebensbereiche, ist gekennzeichnet durch hohen
Leidensdruck und wird sekundär von Konzentrations- und Schlafstörungen oder
depressiven Verstimmungen begleitet.
Die Ursachen von Tinnitus sind letztlich noch nicht bekannt, es wird . Nicht
selten bleiben Ohrgeräusche nach einem Hörsturz dauerhaft zurück. Die
Medizin geht derzeit davon aus, daß es sich beim Tinnitus um Störungen an
verschiedenen Strukturen des Hörsystems handelt. Im Mittelpunkt steht das
Modell einer Schädigung oder Funktionseinbuße der sogenannten inneren und äußeren
Haar-Sinneszellen in der Schnecke im Innenohr. So können die Zellen selbst
geschädigt werden, ihre Beweglichkeit kann eingeschränkt bis aufgehoben oder
im Gegenteil übersteigert sein. Die durch die Schallwellen ausgelösten
Vibrationen im Lymphsystem der Schnecke könnten sich dadurch verändern bzw.
verstärken, was sich als Tinnitus auswirken würde.
Eine andere Vorstellung sieht Tinnitus als Reaktion auf seelische Konflikte,
da Bereiche des Gehirns, die an der Verarbeitung von Affekten beteiligt sind,
mit dem Hörsystem durch Nervenfasern eng verbunden sind. Schließlich könnte
Tinnitus auch die Folge einer Störung der Filterfähigkeit des menschlichen
Gehirns sein: Es ist nämlich in der Lage, die normalerweise ständig
vorhandenen Schalleindrücke (Geräuschkulissen) bis zu 70 % weg- zufiltern.
Möglicherweise ist Tinnitus aber auch Ausdruck eines in der Hirnrinde negativ
bewerteten Höreindrucks.
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