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----- Original Message -----
From: Silvia Schattenfroh
To: Pesché Jeannot
Sent: Thursday, November 29, 2001 2:21 PM
Subject: Re: Subject: 011128-EMF-Liste-Fw: [idw] Charité eröffnet Tinnitus-Zentrum
Sehr geehrter Herr Jeannot, den von mir über idw ( Informations dienst wissenschaft) verbreiteten Pressetext zum Tinnitus Zentrum an der Charité dürfen Sie gern auf Ihrer Tinnitus Seite im Web abdrucken.
Mit freundlichen Gruessen, S.Schattenfroh
Charité eröffnet Tinnitus-Zentrum
MEDIZINISCHE FAKULTÄT DER HUMBOLDT - UNIVERSITÄT ZU BERLIN
Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh FON: (030) 450-570-400
FAX: (030) 450-570-940
Augustenburger Platz 1
13 353 Berlin
e-mail: silvia.schattenfroh@charite.de
Aus der Medizin für die Medien 47-2001
Charité richtet Tinnitus Zentrum ein.
An der "Klinik für Hals- Nasen und Ohrenheilkunde" der Charité ist ein
Zentrum zur Erforschung und Behandlung chronischer, d.h. länger als drei
Monate anhaltender Formen von Tinnitus eingerichtet worden. Das Zentrum
steht den Patienten an fünf Tagen in der Woche offen. Anmeldungen sind
unter der Telefonnummer 450- 55-50 09 möglich: Am Montag, Dienstag,
Mittwoch und Freitag zwischen 8.00 und 15.00 Uhr, am Donnerstag von 10.00
bis 18.00 Uhr. Die Forschung richtet sich dabei auf die
Ursachenerkennung.
Unter Tinnitus werden störende Ohrgeräusche verstanden, die gewöhnlich
nur der Betroffene als Brummen, Rauschen, Klingen oder Pfeifen, manchmal
auch als hämmernd oder pulsierend vernimmt. Unter den Bedingungen der
Zivilisationsgesellschaft treten Ohrgeräusche bei etwa einem Drittel der
Erwachsenen, die älter als 17 Jahre sind, irgendwann einmal im Leben
auf. Zur Zeit leiden etwa acht Millionen Einwohner Deutschlands an
dieser Störung, jedoch nur ein kleiner Teil (0,5 %) von ihnen begreift
die Geräusche als so belästigend, daß ihnen ein eigener Krankheitswert
beigemessen wird. In diesen Fällen hat der Tinnitus massive Auswirkungen
auf alle Lebensbereiche, ist gekennzeichnet durch hohen Leidensdruck und
wird sekundär von Konzentrations- und Schlafstörungen oder depressiven
Verstimmungen begleitet.
Die Ursachen von Tinnitus sind letztlich noch nicht bekannt. Nicht
selten bleiben Ohrgeräusche nach einem Hörsturz dauerhaft zurück. Die
Medizin geht derzeit davon aus, daß es sich beim Tinnitus um Störungen
an verschiedenen Strukturen des Hörsystems handelt. Im Mittelpunkt steht
das Modell einer Schädigung oder Funktionseinbuße der sogenannten
inneren und äußeren Haar-Sinneszellen in der Schnecke im Innenohr. So
können die Zellen selbst geschädigt werden, ihre Beweglichkeit kann
eingeschränkt bis aufgehoben oder im Gegenteil übersteigert sein. Die
durch die Schallwellen ausgelösten Vibrationen im Lymphsystem der
Schnecke könnten sich dadurch verändern bzw. verstärken, was sich als
Tinnitus auswirken würde.
Eine andere Vorstellung sieht Tinnitus als Reaktion auf seelische
Konflikte, da Bereiche des Gehirns, die an der Verarbeitung von Affekten
beteiligt sind, mit dem Hörsystem durch Nervenfasern eng verbunden sind.
Schließlich könnte Tinnitus auch die Folge einer Störung der
"Filterfähigkeit" des menschlichen Gehirns sein: Es ist nämlich in der
Lage, die normalerweise ständig vorhandenen Schalleindrücke
(Geräuschkulissen) bis zu 70 % wegzufiltern.
Möglicherweise ist Tinnitus aber auch Ausdruck eines in der Hirnrinde
negativ bewerteten Höreindrucks. Auf diesem Modell beruht der
Therapieansatz des Tinnitus -Retrainings. Darunter wird ein Hörtraining
verstanden, bei dem der Patient lernt, die "falschen" Höreindrücke durch
andere zu überlagern und damit zu beseitigen. Diese, meist langfristige
Therapie wird in dem neuen Tinnitus-Zentrum neben umfangreicher
Diagnostik, persönlicher Beratung und psychosomatischer Betreuung
ebenfalls angeboten.
Anmerkung: Am Samstag, dem 1. Dezember2001, findet zwischen 11.00 und
16.00 Uhr ein Tinnitus-Symposium zu aktuellen Erfahrungen in der
Tinnitusforschung und -therapie statt. (Ort: Hörsaal der Zentralen
Poliklinik der Charité, Luisenstrasse 11-13 in 10 117 Berlin).
Journalisten sind herzlich eingeladen.
Silvia
Schattenfroh
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt-Universität zu Berlin
Pressereferat-Forschung
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
FON: (030) 450-570 400
FAX: (030) 450-5 70 940
e-mail: silvia.schattenfroh@charite.de
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